Wo die 2 noch keine gute Note ist

Einige der großen Lebensmittelketten haben erkannt, dass die Verbraucher*innen vermehrt darauf achten, woher das Fleisch kommt, dass sie kaufen und unter welchen Bedingungen die Tiere aufwachsen. Für Geflügel und Schweine hat die ITW (Initiative Tierwohl)  Kategorien erarbeitet. Diese gehen – anders als bei Schulnoten – von 1 (schlecht) bis 4 (gut). Eine 2 ist also keinesfalls als gut zu bezeichnen und bedeutet bei der Schweineaufzucht (so genannte „Stallhaltung plus“) lediglich, dass es 10 % mehr Platz pro Schwein gibt und etwas Spielmaterial.

Die »Haltungsform« des Handels ist kein Tierwohllabel. Der Hinweis ersetzt keine staatliche Tierwohlkennzeichnung mit Kriterien deutlich über dem gesetzlichen Mindeststandard. Aus Haltungsform 4 mit den besten Standards kommt lediglich rund 10 Prozent des Angebots. Fleisch mit dem Label Haltungsform 3 ist nur in wenigen Geschäften zu finden. Knapp 3 Prozent der geprüften Ware ist damit gekennzeichnet. Beide Haltungsformen stehen für deutlich bessere Haltungsbedingungen. Bei Haltungsstufe 4 handelt es sich meistens um Bio-Fleisch, obwohl auch konventionelles Fleisch aus deutlich besserer Tierhaltung in dieser Kategorie möglich wäre, doch offensichtlich gibt es kaum Anbieter.

Hier kommen jetzt du und ich ins Spiel: wenn wir mehrheitlich unser Essverhalten und damit auch unser Kaufverhalten schrittweise ändern, wird die Lebensmittelindustrie darauf reagieren und bereit sein, den Erzeugern die entstehenden Mehrkosten adäquat zu vergüten. Einfach mal an der Fleischtheke nach besserem Fleisch nachfragen und/oder den Mehraufwand beim Einkauf auf einem Bio-Hof in Kauf nehmen.

 Das hilft nicht nur den Tieren, sondern auch unserer Gesundheit und nicht zuletzt dem Klima! Der altbekannte Slogan „FdH“ ist da ein erstrebenswertes und machbares Ziel.

Noch einmal klar gesagt: die Kennung der Haltungsformen der Initiative sind weit entfernt von echten Tierschutz-Labeln. Aber aus Verbrauchersicht zumindest ein Schritt in die richtige Richtung und wem diese Vorgehensweise zu langsam geht, der findet jede Menge Informationen unter https://www.much.de/zukunft/klimaschutz/much-bio-gemeinde .                                                                                                                                                                          G. Binder, B90/DIE GRÜNEN-Much