Im Zentrum der NRW Politik

Besuch der Mucher Grünen Frauen im Düsseldorfer Landtag

Er fing schon schön an, der 20. März 2019 – mit Sonnenschein und Freude auf den gemeinsamen Ausflug zum Landtag – drei Frauen und ein politikinteressierter Jugendlicher – alle aus Much.

Beim Landtag angekommen, waren wir erst mal beeindruckt von der guten Architektur, mit klaren Linien, schönen Materialien und interessante Ausblicken – mit luftig, leichten Ausstrahlung.

Der Empfang war sehr freundlich – zunächst mit den Lohmarer Grünen Frauen, dann beim Sicherheitscheck, anschließend bei der persönlichen Begrüßung durch Horst Becker, den Lohmarer Abgeordnete der Grünen im Landtag.

Nach einer kurzen Einführung durch eine Landtagsmitarbeiterin in die Arbeit des Landtags, wurden wir auf die Zuschauertribüne geführt, mitten in die laufende Plenarsitzung.

Nun wurde es richtig spannend. Auch wenn man Sitzungen aus dem Fernsehen kennt, ist es gut, diese einmal live zu erleben. Man hat den gesamten Überblick und kann beobachten, was alles passiert, während ein*e Politiker*in redet.

Etwas erhöht sitzen der Landtagspräsident bzw. dessen Vertreter*innen. Sie wechseln sich mit der Sitzungsleitung ab und wachen über alles, was im Plenarsaal geschieht. Sie moderieren, achten auf die Einhaltung der Regeln, auf die Einhaltung der Redezeiten, leiten Abstimmungen.

Die Minister*innen sitzen rechts und links neben der Präsidententribüne, dahinter die Staatssekretäre. Vor den Minister*innen haben die Protokollanten, die alle paar Minuten wechseln, ihren Platz.

Vor der Präsidententribüne steht das Rednerpult. Im Kreis darum die Abgeordneten, nach Parteizugehörigkeit sortiert. Mehr Infos dazu gibt es hier

Zur Debatte in der Plenarsitzung muss man grundsätzlich wissen, dass die Parteien in den plenarfreien Tagen sich in ihren Ausschüssen und Fraktionen mit den aktuellen Themen beschäftigen. Hier werden Informationen gesammelt, Meinungen abgeglichen, Positionen abgestimmt, Redebeiträge für die Plenarsitzung vorbereitet. In der Plenarsitzung können sich die Zuschauer und natürlich über die Medien auch die breite Öffentlichkeit, ein Bild von dieser Arbeit machen.

Während unserer Verweildauer im Plenarsaal wurde über den Upload Filter debattiert. Das war interessant, weil das Thema uns alle betrifft und spannend, weil ein paar Tage später im Europaparlament über den Urheberschutz im Internet abgestimmt wird.

In den Reden der Abgeordneten wurden Haltungen und Positionen gut deutlich. Es wurde auch mit Angriffen und Vorwürfen nicht gespart und manchmal hatte man den Eindruck, dass man eher gegen die Anderen geredet hat, als eigenen Positionen zu vertreten.

Manchen Reden hat man gerne und mit Interesse zugehört, bei anderen war es schwer dabei zu bleiben – die Kunst der Rede spielt eine wichtige Rolle, wenn man gehört werden und überzeugen möchte.

Interessant zu beobachten war auch die Interaktion im Plenum wärend einer Rede. Begeisterte Zustimmung, offener, eingeworfener Protest, demonstrativ gezeigtes Desinteresse – alles zeigte sich in vielen Facetten.

Am emotionalsten wurde es bei einem Antrag der AFD. Es war mir ein Anliegen zu sehen, wie sich die AFD darstellt und wie die anderen Parteien auf die AFD reagieren.
Überrascht hat mich, dass die Reden der Abgeordneten, die mit sachlichen Argumentationen und Richtigstellungen auf den Antrag reagiert haben, aus meiner Sicht die überzeugendste Wirkung hatten.

Für mich waren die 1,5 Stunden im Plenarsaal auf vielen Ebenen spannend und informativ. Das anschließende Gespräch mit Horst Becker, in den Fraktionsräume der Grünen, hat den Besuch der Plenarsitzung gut abgerundet. Es konnten Fragen gestellt werden und es gab Informationen zur Arbeit im Landtag.

Beim Abschluss in der Cafeteria des Landtags gab es Kaffee, Kuchen und einen netten Austausch mit den Lohmarer Frauen.

Mein Tipp: Gönnt euch auch einen Tag im Landtag! Im Internet gibt es hierzu viele Infos. Oder sprecht uns an, wir geben euch Tipps!

Die Mucher Grünen Frauen danken den Lohmarer Grünen Frauen ganz herzlich für die Idee, die Organisation und die solidarische Gemeinschaft bei der Fahrt!