Stark für die Zukunft Aufforstung von Windbuchflächen unter ökologischen Gesichtspunkten

Auch in Much sind die ökologischen Versäumnisse der Vergangenheit bedrohlich spürbar.

So hat die Monokultur und der fortschreitende Klimawandel unsere Wälder angreifbar gemacht für Ungeziefer und Starkwettereinflüsse. Als Folge sind auch in Much große Waldstücke gefährdet. Bei den letzten Stürmen sind ganze Waldflächen einfach umgekippt.

Die Gemeinde Much hat sich nun die Aufgabe gestellt, eine der geschädigten Waldflächen in ökologisch sinnvoller Weise aufzuforsten.

In einem Gespräch mit den Mucher Grünen hat der Umweltbeauftragte der Gemeinde Much, Herr Freiburg, die Pläne für das Aufforstungsgebiet zwischen Marienfelder Straße und Wahnbach vorgestellt.

Das Aufforstungskonzept für die fast 2 ha große Fläche ist im Folgenden dargestellt:

  • Das Randstück zur Straße hin wird mit Sträuchern bepflanzt, dann folgen Bäume die max. 15 Meter hochwachsen, z.B. die Vogelbeere – so entsteht ein Streifen Buschland, der typisch für den Waldrand ist und einen wichtigen Lebensraum für viele Tiere bietet.
  • Im Waldstück selbst werden 55 runde Pflanztrupps angelegt und mit je 35 Bäumen bepflanzt, die sich gut im Boden verwurzeln und nach jetziger Einschätzung auch eine weitere Erderwärmung überleben. Die Parzellen werden mit einem Bissschutz ausgestattet.
  • Nachwachsende Pflanzen aus dem alten Wald und am Boden liegendes Totholz bleiben, mit Blick auf das ökologische Gleichgewicht, stehen, bzw. liegen.
  • Zum Wahnbach hin werden Erlen gepflanzt – ein klassischer Wasserbaum, mit langen Wurzeln, die einen sicheren Stand versprechen.
  • Zudem werden Teiche angelegt, die als „ruhige Gewässer“ Lebensräume für Pflanzen und Tiere bieten.

Hier ein Auszug aus der umfassenden Beschreibung der Aufforstungsmaßnahme, die in einem Fachbeitrag festgelegt ist und wie dort beschrieben umgesetzt werden muss.

Generelle Auflagen:

Anfallende Pflegemaßnahmen, die zur Entwicklung der Waldstrukturen erforderlich werden, sowie Maßnahmen der Gefahrenabwehr oder der Verkehrssicherung sind zulässig.

Der Waldrand ist alle 10-15 Jahre abschnittsweise „auf den Stock zu setzen“ = der Saum wird kniehoch abgeschnitten. So bleibt er buschig und entwickelt sich nicht zum Wald. Durch die Kombination Waldsaum, Wald und Auwald, wird ein sehr hohes Artenaufkommen abgedeckt. Über 6000 verschiedene Tierarten werden hier einen wertvollen Lebensraum finden.

Zukünftig ist nur einzelstamm- bis truppweise Nutzung zulässig – soweit eine Nutzung vorgesehen ist.

Förderung der Naturverjüngung von standortheimischer Arten (Naturverjüngung von Nadelwald ist spätestens nach 10 Jahren zu beseitigen).

Erhalt von Horst- und Höhlenbäumen.  

Belassen von mindestens 5 Altbäumen pro ha.In Abhängigkeit von der floristischen wie faunistischen Entwicklung der Flächen können alle Auflagen in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde angepasst und/oder die bestehenden Auflagen um neue Auflagen ergänzt werden.

Anlage der Gehölzpflanzungen:

Menge Anzahl Pflanze
Sträucher    
280 280 Gewöhnlicher Schneeball
280 280 Blutroter Hartriegel
280 280 Europäisches Pfaffenhütchen
280 280 Eingriffliger Weißdorn
280 280 Gewöhnliche Hasel
280 280  Schlehe
Junge Laub-
bäume
   
1.375 1.375 Stiel-Eiche
550 550 Hainbuche
550 550 Alternative zur Hainbuche: Winterlinde
Gesamt 1.925  

Es darf ausschließlich Pflanzgut aus nachweislich regionaler Herkunft
verwendet werden. Bei Arten, die dem Forstvermehrungsgesetz unter-
liegen ist nur zertifizierte Forstware zulässig.

Zum Pflanzverband:
Wald: ca. 55 Trupps aus 25 Stieleichen und 10 Hainbuchen oder Winter-
linden (Pflanzung muss an Topographie angepasst werden).
Waldmantel: 1,0 m x 1,0 m (Pflanzung muss an Topographie angepasst
werden).  

Anlage und Erhalt temporäres Kleingewässer:

Auf dem Flurstück 18 soll im westlichen Bereich durch leichten Erdaushub (bis zu 30 cm Tiefe) und Verdichten (mehrfaches Befahren mit schweren Baumaschinen) auf einer Fläche von ca. 52 m² ein Kleingewässer angelegt werden, welches zeitweise Wasser führt.

Das Gewässer soll mit einer Überlaufrinne an den Wahnbach angeschlossen werden. Die Überlaufrinne wird in Absprache mit der Gemeinde Much angelegt.

Das Gewässer ist alle 10 Jahre durch geeignete Maßnahmen zu pflegen und zu erhalten

Die Mucher Grünen danken Herrn Freiburg für sein Engagement und geben ihre Unterstützung wann immer möglich.

Noch kurzer Nachtrag:

Die Folgen von Monokultur und Klimawandel sind nicht nur im Wald zu spüren. Weniger sichtbar, aber ebenso schädlich sind die Folgen vom Maisanbau in Monokultur – hier kommt die schleichende Vergiftung durch den unkritischen Glyphosateinsatz hinzu. So bewirtschaftetes Land ist über Jahre hinaus belastet.

Sabine Müller 13.08.19