Warum die Wildbienen unseren Schutz brauchen

Wildbienen brauchen unseren Schutz, da ihre natürlichen Lebensräume gefährdet sind

Zu den Wildbienen gehören alle Bienen der Überfamilie Apoidea (Stechimmen), ausgenommen der Honigbienen.

In Deutschland leben ca. 550 Wildbienenarten. Nicht überall leben dieselben Sorten, ihre Verbreitung hängt von den zur Verfügung stehenden Lebensräumen ab.

Lebensformen der Wildbienen

Die meisten Wildbienen leben solitär. Die Weibchen bauen ihre Nester allein und versorgen ihre Brutzellen ohne die Hilfe von Artgenossen. Nur die Hummeln, sowie einige Arten der Furchenbienen leben in sozialen Gruppen, ähnlich denen der Honigbienen.

Rund ein Viertel aller Wildbienen in Deutschland betreibt überhaupt keine Brutvorsorge, man nennt sie Kuckucksbienen. Sie schleichen sich in fremde Wildbienennester ein, legen dort Eier, die sich vom Pollenvorrat ihrer Wirtsbiene ernähren und später anstelle der Wirtslarven schlüpfen, diese müssen verhungern.

Was Wildbienen zum Leben brauchen

Das, was Wildbienen zum Leben brauchen – Nahrungsangebot und Niestplatzbedarf ist je nach Art sehr unterschiedlich. Viele der solitär lebenden Wildbienen sind auf eine einzige Pflanzenart oder Gattung spezialisierte. In deren Blütezeit müssen sie die für den Nachwuchs notwendige Nahrungsmenge sammeln.  

Andere Arten können Pollen verschiedener Pflanzen nutzen und sind daher länger im Jahr aktiv.

Bei staatenbildende Bienenarten wie z.B. Hummeln, dient der Pollenvorrat als Nahrung für den Nachwuchs. Für die eigene Nahrung nutzen sie Nektar.

Der Transport der Pollen geschieht unterschiedlich. Meist werden die verzweigt wachsenden Haare dazu genutzt. Häufig werden die Pollen an den Hinterbeinen transportiert. Manche Arten haben zusätzliche Sammelhaaren an den Beinen oder ein mit Haaren umstandenes “Körbchen” an der Hinterseite des Thorax. Manche Bienen verschlucken die Pollen, transportieren sie in einem Kropf und würgen sie im Nest wieder aus.

Wie sich Wildbienen fortpflanzen

Wildbienen leben etwa vier bis sechs Wochen und haben nur wenig Zeit für die Fortpflanzung.

Nach der Begattung der Weibchen starten die Arbeiterinnen in hohlen Pflanzenstängeln oder in Erdlöchern sofort mit dem Bau der Brutzellen, in die sie jeweils ein Ei ablegen und mit Nektar und Pollen versorgen. Anschließend werden die Kammern mit zerkauten Pflanzenteilen, Lehm, Sand, kleinen Steinchen oder Baumharz fest verschlossen. Es dauert etwa ein Jahr, bis die fertigen Wildbienen aus ihren Nestern krabbeln.

Warum Bienen so wichtig sind und wie ihr Lebensraum zerstört wird

Die Bestäubung der Blüten durch Wildbienen und Hummeln setzt bereits im März ein – also einige Zeit vor der Befruchtung durch Honigbienen – da sie weniger kälteempfindlich sind.

Wildbienen befruchten bis zu 5000 Blüten pro Tag. Auf Grund ihrer Fähigkeit ab März aktiv sein zu können, sind sie speziell im Obstanbau wichtige Nützlinge.

Die konventionelle Landwirtschaft und die Subventionspolitik der EU, hat in den letzten Jahrzehnten die industrielle Flächennutzung gefördert. Folgen sind u.a. Artenarmut, maschinengerechte Gestaltung von Nutzungsflächen, Einsatz giftiger Pflanzenschutzmittel und fragliche Düngemethoden. Dadurch wurden die Lebensräume der Wildbienen und anderer Insekten weiträumig vernichtet. Auch wenn es heute bewiesene Mängel dieser Haltung und Politik gibt, verändert sich das Denken und Handeln nur langsam.

Den Bienen fehlen Totholz, Reisighaufen, Nischen in Erdreich, Steinen oder Holz, die notwenige Vielfalt von Wildblumen, Sträuchern und Gräsern, …

Ein Umdenken in der Landwirtschaft und in der Subventionspraxis ist notwendig, möchte man das Geleichgewicht der Natur unterstützen und auch in Zukunft gesundes, leckeres Obst und Gemüse essen können.

Was man tun kann, um die Wildbienen zu schützen

Möchte man aktiv mitgestalten und Einfluss nehmen, kann man Naturschutzverbände wie B.U.N.D., Nabu, Greenpeace, .. finanziell oder durch Mitarbeit unterstützen.

Eine andere Möglichkeit ist es, in eine Partei einzutreten, die die eigenen Anliegen vertritt. Hier kann man mit anderen überlegen, was man tun kann, um Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen oder um Aktionen vor Ort zu initiieren.

Die Mucher Grünen freuen sich auch, wenn sich parteilose Bürger mit ihren Anliegen und Ideen bei ihnen melden. Sie unterstützen diese gerne bei Klärung ihrer Anliegen oder der Durchführung ihrer Projekteideen.

Wie man die Wildbienen im eigenen Garten unterstützen kann

Die bienengerechte Gestaltung des eigenen Gartens ersetzt nur zum Teil das notwendige gesellschaftlich, politische Engagement, bietet aber den „zum Haus gehörenden Bienen“ einen Ort, an dem sie sich wohlfühlen und vermehren können. Je mehr Menschen dies tun, um so mehr Heimat bieten wir den Wildbienen.

Heimat für Wildbienen lässt sich auf verschiedene Art und Weise schaffen – entsprechend der Bedürfnisse, die bestimmte Wildbienenarten in ihrem Lebensraum benötigen. Dazu einige Tipps:

  • drei Viertel der heimischen Bienenarten nisten im Boden und benötigen unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten: Sand- und Lehmflächen anlegen und diese möglichst vor Regen schützen,
  • an sonnigen Stellen kleine Hügel aus lehmigem Sand, die mit Holz oder Steinen stabilisiert sind, errichten,

Zudem kann man Nistplätze anbieten. Das geht z.B. so:

  • Trockenmauern anlegen,
  • Aste und Zweige aufschichten – z.B. Holunder (der hat Mark im inneren, das die Bienen entfernen und den entstehenden Hohlraum Nistplatz nutzen),
  • Vergrautes Holz stapeln – in frischem Holz nist Bienen nicht
  • Hohlräume schaffen – z.B. leere Schneckenhäuser, Bambusröhren zusammenbinden und aufhängen,
  • Hummeln benötigen Nistkästen, die man selbst basteln kann – Anleitungen gibt es im In ternet.

Bei allem auf Schutz und Wärme achten – Orte mit Regenschutzvorrichtungen, Windschutz bestücken.

Einen Beitrag zur Unterstützung des Gleichgewichts in der Natur kann man leisten, indem man die Flächen um sein Haus herum, naturgerecht gestaltet. Leicht kann man sich für einen Rasen anstelle von Pflastersteinen entscheiden, blühende Sträucher und Blumen pflanzen, ein Insektenhotel aufstellen oder eine kleine Wasserstelle gestalten.

Zudem kann man Nester, die z.B. an unbefestigten Wegen oder an Heckenrändern liegen, schützen – Wildbienen brauchen oft Jahre, bis sich neue Nestansammlung bilden

Für Menschen die den Bienenflug beobachten wollen – alt und jung – kann es schön sein, Bienenhotels zu bauen – hier finden Sie eine Bauanleitung

Vielleicht hilft das Wissen, dass Wildbienen sehr friedlich sind. Sie greifen nicht an, wenn sie sich nicht gestört fühlen!

 

Sabine Müller, 15. März 2019